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Happy Ents Saarbrücken


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"So ein Ententreffen ist schon hart."
Griechisches Lustspiel in 8 Akten

Zwangspause

Geölte Muskelmänner räkeln sich am Swimming-Pool. Halbwüchsige erwachen und blicken mittellos in die mittelländische Mittagssonne. Minoisches Mineralwasser nimmt Körpertemperatur an, bevor es unsere lechzenden Lippen laben kann. Ein Schleier von Sonnenöl legt sich über die neo-babylonische Mischung aus geröteten bis gebräunten Urlauberleibern. Die allnachmittagliche Gewitterwolke kann die fahle, bleierne Sommerhitze kaum dämpfen, die trotz des Fahrtwindes von 21 Knoten im Schatten kaum zu ertragen ist.

Nur den Kindern, die ausgelassen um den Pool spielen, ist noch nicht klar, das dies der letzte Sommerurlaubstag für die nächsten 11 Monate ist. Stoisch ertragen wir 36 Stunden Fähre, auf dem Sonnendeck diese Zeilen schreibend, da wir nichts Besseres zu tun wissen. Welch eine angenehme Alternative zu 2 Tagen italienischer Autobahn.

Anreise

Über die Strapazen des Landweges nach Skotina über Polen, die Ukraine, Moldavien, Rumänien und Bulgarien können wir nur spekulieren. Eine Gruppe norddeutscher Ent-thusiasten wählte diese Alternative für die Anreise. Um ihre Langeweile in Griechenland zu bekämpfen, steuern sie Skotina auf ungeteerten Umwegen an und nehmen auf dem Treffenplatz täglich mehrere Getriebereparaturen vor, wenn erforderlich auch an fremden Fahrzeugen.

Ein Motorstillstand und bange Fehlersuche auf der Zentralkreuzung von Patras, direkt nach der Ankunft im sonnendurchfluteten Austragungsland des 13. olympischen Ententreffens, genügt uns als Adrenalinschub vollkommen. Sofort wird "Strawberrix", unsere Ente, von den einheimischen Fahrzeuglenkern geschickt in die ansonsten spärliche Möblierung des öffentlichen Straßenraumes integriert und nicht weiter beachtet.

Als die junge Nana Mouskouri ihren Motorroller kurz neben uns anhalten muß, wirft sie uns aufmunternde Worte zu und heißt uns in Griechenland herzlich willkommen. Schnell ist der Fehler gefunden: Eine verschmutzte Benzinpumpe. Zerlegen, reinigen, wieder einbauen - kein Problem.

Nach der Ankunft in Patras trennten sich die Wege der Happy Ents aufgrund individueller Interessen für 1 Woche. Die Stationen unseres Urlaubs auf der Peloponnes überspringe ich, der hellenophile Leser mag mir dies verzeihen.

Michael entert den Laderaum von MS Erotokritos

Flex

"Montag abend treffen wir uns vor dem Treffen, um den Schlangen am Eingang zuvorzukommen", hieß es, die Erinnerung an die verstopfte Zufahrt zum Treffenplatz in Maurik (Holland) war noch all zu wach. Ein Spalier von hundert Entenfans aus aller Welt, die wie wir (gegen besseres Wissen der Organisatoren) der festen Überzeugung sind, man könne bereits heute auf den Treffenplatz, empfängt uns herzlich.

Die Situation droht rasch zu eskalieren. Auf der einzigen Zufahrtsstraße bildet sich ein unorganisiertes Spontantreffen, das Chaos ist abzusehen. Gegen 22 Uhr beugen sich die Griechen, in Sachen Demokratie mit einer 2500-jährigen Erfahrung gesegnet, dem Volk und öffnen unter frenetischen Beifall den Treffenplatz vorzeitig mit einer Flex (der Schlüsselmann kommt erst morgen).

So gelangen wir in den Genuß der freien Platzwahl unter 2000 Schattenplätzen, die für 1600 angereiste Autos mehr als ausreichend sein sollen.

Göttervater

Stellvertretend für die hochkomplexen Geschehnisse auf dem Olymp und im antiken Hellas soll an dieser Stelle der Hinweis genügen, daß Zeus selbstverständlich auch 2CV fährt und seinen (zweifelhaften) Segen für das Treffen am 1. Abend aussprach.

Huldvoll bemerkte er nach seinem Auftritt zu Michael: "God bless you - I mean: I bless you." Dann segnete er uns täglich mit Regen, Schwüle, Gewittern und Sonne. "We don‘t need no tent, it never rains in Greece", hieß es in der Vorankündigung des griechischen 2CV-Clubs.

"Sea - Sun and Fun". Leicht verwundert gewöhnten wir uns an das tägliche Gewitter. Dabei hätte jeder beliebige Spezialist für südmazedonische Klimatographie uns vorhersagen können, daß das sommertrockene Mittelmeerklima nur an den Westküsten der Mittelmeerländer anzutreffen ist. Der Sonnenschirm wurde zum Regenschirm, das Sonnendach zum Regendach, und das Programm wurde, bis auf den 2. Abend, vorschriftsmäßig absolviert.

Außerirdische zu Besuch

Treffenplatz

"We will organize the best 2CV-meeting of the millenium"...Schon in der Antike waren die Hellenen insbesondere für ihre gewandte Redekunst bekannt.

Auch ohne wortreiche Vorankündigung gelang es den 2 CV-Freunden aus Griechenland, zum ersten Mal während eines Welttreffens ausreichend kaltes Trinkwasser, warmes Duschwasser und nicht verstopfte Toiletten mit Papier zur Verfügung zu stellen. (Der Sinn des folgenden Aushangs in jedem Örtchen blieb uns verborgen: "We have a serious problem with the drains" - lerne klagen ohne zu leiden.) Mächtige schattenspendende Bäume waren im Begriff, den angeblich seit Jahren aufgegebenen Platz und seinen sozialistischen Charme robinsonartig zu überwuchern. Bis zum Schluß haben wir nicht alle Wege der Anlage ergründen können.

Auf Platz 389 richteten wir das "Kafenion Happy Ents Saarbrücken" ein. Täglich wurde die vorgeschriebene Mindestmenge Greek Coffee und Fichtennadel-Badezusatz (Retsina) verzehrt. Der Retsina kam in handlichen 5-l-Amphoren mit integriertem Brotkörbchen. Michael ergänzte die Diät durch Tsiporo, ein Ouzo-Konzentrat, das sich hervorragend als Nagellackentferner und zum Bereiten des finnischen "Enough Drink" eignet.

Superfinn-Zelt

Samstag abend reichten die griechischen Raid Laponie-TeilnehmerInnen allen Interessierten einen griechischen Enough Drink am "Super-Finn-Tent", das, wie das Veranstaltungszelt, ebenfalls nicht vorhanden war. Ohne Rücksicht auf die Außentemperaturen berichteten zahlreiche "Superfinnen" unter Anleitung von Jukka über den jeweils schlimmsten Schneesturm der 1., 2., 3., 4., 5., 6., 7.,...Raid Laponie. (Siehe die 5. Episode des Kaurismäki-Films "Night on earth" in Helsinki, Zitat: "Jetzt werde ich euch eine wirklich traurige Geschichte erzählen!" ).

Knapp 80° C mentalen Temperaturunterschieds machten den Abend zu einem erfrischenden Erlebnis.

Straßenverkehr

Abgesehen von Athen, gegen das Paris eine Schlaftablette ist, haben wir die griechischen Verkehrsregeln schnell begriffen: Leben und Überholen lassen, das ist die Devise. Meide den Autoput, denn das Gemisch ausländischer LKW und Touristen beherrscht die griechischen Verkehrsregeln nicht. Verkehrsschilder werden aufgestellt, um dem Volk das Erlebnis ungesühnter Gesetzesübertretungen zu vermitteln. Sie haben nur empfehlenden Charakter. Bisweilen kündigen sie Brücken von 4 Mikrometer Höhe an. Alle Gefahrenstellen sind 100 Meter entfernt, auch wenn sie 50 oder 1000 Meter entfernt sind. Schilder mit anderen Entfernungsangaben als 100 Meter waren gerade ausgegangen.

Lerne das griechische Alphabet und entwickle Phantasie. An den entlegensten Schotterwegen im nordgriechischen Bergland sind jederzeit präzise Wegweiser zu finden, sei es mit Farbe auf der Rückseite von Reklametafeln. Vertraue dem Schotterweg, er könnte eine geplante Autobahn sein. Mißtraue der 6-spurigen Autobahn, sie könnte unvermittelt zum Schotterweg werden. Ganz Griechenland wurde gießkannenartig mit zweckfreien, EU-finanzierten Straßenfragmenten überzogen.

Das nächste Welttreffen

Wanderer, gehst Du nach Österreich, vergiß die Peitsche nicht! Es bürgert sich mehr und mehr ein, Treffenländer ohne Ton vorzustellen, so auch diesmal, mit Film. Die Organisatoren des nächsten internationalen Treffens mußten zur Bühne gepeitscht werden. Eine zarte Anleihe an die griechische Mythologie ist zu vermuten. Wir versichern euch: Wir werden auch ohne Peitsche kommen!

Nachtrag

"Was macht ihr eigentlich den ganzen Tag auf einem Ententreffen?"

Im Zeitraffer:

  • Morgens: Ausnüchtern, Kaffee kochen und trinken

  • Vormittags: Teilemarkt (smallest fleamarket of the millenium), 1. Glas Retsina

  • Mittags: Tanzkurs (optional), Kochkurs (scheint in Griechenland nicht unangebracht), 2. Glas Retsina, 3. Glas Retsina

  • Nachmittags: Olympische Spiele (z.B.:"Schöpfe die Ionische See mit löchrigen Eimern leer"...), 4. Glas Retsina

  • Abends: Einkaufen, Abendessen bereiten, Essen, 5.-8. Glas Retsina

  • anschließend: Bühnenprogramm: 22.30-0.00 Uhr: Vorgruppe, 0.30-4.00 Uhr: Hauptgruppe, 9.-x-tes Glas Retsina

  • 4.00-morgens: Nachtruhe (auf Wunsch ohne Retsina).

  • In den Pausen: Baden, Schlafen, Essen Trinken.

  • Der Bundesgesundheitsminister:
    Ententreffen gefährden Ihre Gesundheit.

     

    Karsten und Jutta Schreiber,
    mit Strawberrix (SB-CV 911)
    Happy Ents Saarbrücken

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