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Raid Austria:
30.07. - 05.08.2001

oder

"Entschuldigen Sie bitte, darf ich Sie ‘mal was fragen..?"

So oder ähnlich wurde ich bestimmt 6-8 mal angesprochen. "Was bedeutet denn das, seit Tagen sehen wir hunderte von diesen französischen Autos herumfahren?"

Tjaa, das wusste ich jetzt auch nicht so genau. Spaß beiseite; die Leute haben sich überall gefreut, Teenager quietschten und winkten vom Straßenrand, Damen und Herren jeden Alters kamen mit uns ins Gespräch – nur einmal brummte ein sogenannter "Grantler" (ich hab mich eigens nach der Bezeichnung erkundigt) so was wie:"..verbieten müaßt ma sowos!" Das war in Bad Goisern.

Doch der Reihe nach, zurück nach Seeboden:

Eine Bande mattschwarzer holländischer Enten in verschiedenen Stadien der Abnutzung macht sich nicht sehr beliebt durch das Betreiben von Basslautsprechern mit mindestens 50 cm Durchmesser "Ach deshalb, die Türen sind alle ‘rausgeblasen worden!" Jedem Tierchen sein Pläsierchen, vielleicht nicht gerade morgens um vier Uhr.

Jeder fotografiert die anderen Enten und umgekehrt, einige die eigene. Das bunte Entenvolk ist ziemlich BIM, der Bierkonsum sprengte die Vorstellungskraft und die Nachschubwege der Brauerei.

Händler jonglieren souverän mit acht verschiedenen Währungen. Ca. 90% der Treffenbesucher haben - so vermute ich ganz kühn - die über der Bühne schwebende Ente NICHT von unten gesehen und das Werk bewundert.

 

Nach dem Welttreffen waren 2 Raids im Angebot: Ost und West; beide starteten in Seeboden. Die eine endete in der Nähe von Wien, die andere in Vorarlberg. Der erste Tag (West) bildete eine Schleife von der Strecke her und eine Zeitschleife vom Treffenplatz her.

Die erste Tour ging zum Mölltaler Gletscher, nach Lienz (nein, kein Tippfehler) durch’s Lesachtal, in dem einfach die Zeit seit 200 Jahren stehen geblieben ist und wieder zurück nach Seeboden.

Dort angekommen sah ich ganz hinten auf einer riesigen leeren Wiese einen kleinen Huppel, der sich dann als mein Zelt herausstellte.

Einige etwas weiter weg wohnende Franzosen meinten: "Enfin, le terrain pour nous!"

Später am Abend konnten die Veranstalter und Raid-Teilnehmer den Bericht des österreichischen Fernsehens und Live-Musik von Geert (Frunabolax) genießen, der sozusagen eine wandelnde Band einschließlich Verstärkeranlage und Hut darstellte.

Am zweiten Tag ging es über Klagenfurt, Großklein nach Hatzendorf. 15% Steigung boten bald keinen Schrecken mehr, eine halbe Stunde im Ersten zu fahren auch nicht; wahrscheinlich litt ich mehr als das heulende Motörchen (Öltemperatur max. 115 Grad).

Die griechischen Enten leisteten viel mehr:

Vier Erwachsene an Bord, Dachgepäckträger und in einem Fall dazu einen Gepäckananhänger. Unglaublich: mit 28 PS und 1080 kg auf den Gletscher!! Fahrer entgegenkommender 4x4-Geländemonster wußten nicht, ob sie ihren Augen trauen sollten.

"Entschuldigung, darf ich Sie ‘mal ‘was fragen?"

Tag drei und vier boten unter anderem: eine Einladung mit Kaffee und Kuchen bei einem netten (!) Citroen-Händler, ein Brauereimuseum, Formel 1-Rennstrecke, eine Tropfsteinhöhle, mehrere Pässe und das steilste Stück überhaupt: 23% Gefälle. Das "Roadbook" empfahl den ersten Gang, aber am liebsten hätte ich mich dort mitsamt Entlein abgeseilt!

"Die spinnen, die ....."

Außerdem fuhren wir noch mit dem Schiff über den Hallstädter See, in Hallstatt mit der Standseilbahn auf den Berg, dort ging es zu Fuß noch höher, dann mit dem Zug in den Berg, Holzrutschen hinunter bis zu dem Schild "185 Meter unter der Oberfläche". "Wie jetzt ??"

Das Ganze ist ein Salzbergwerk. Höhlen im Berg werden mit Wasser gefüllt, das läßt man so 2-3 Jahre stehen und pumpt dann die gesättigte Salzlösung 40 km weit in die Fabrik, wo die Brühe verdampft wird und schon haben wir Salz für um auf die Tomaten zu...

"Die spinnen...." "Ja jaaa, schon gut!"

Der fünfte Tag war die längste Etappe mit ca. 350 km. Die brutale Hitze hielt auch jetzt noch an, so daß ich Anfälle von Müdigkeit und Schwummrigkeit mit Salzkeksen und literweise Wasser (!) bekämpfte. Immer natürlich mit dem Vorteil, auf Rastplätzen innerhalb von Sekunden Tisch, Stuhl und eine funktionsfähige Küche plus Sonnenschirm dabeizuhaben. Normal-PKW-isten schauten hin, dann schnell wieder weg, irgendwie peinlich berührt wegen ihrer mangelhaften Ausrüstung; in schwarzen Familienkombis gar kochende Kinder fragten offensichtlich: "Papaa, warum haben wir nicht so ein Autoo?"

Antwort:"Die spinnen, die Entenfahrer"

Ja, ich weiß.

Am letzten Tag fiel die Silvretta-Hochstraße aus, weil sie eh keiner gesehen hätte: endlich ein kühler Regen und alles mitten in den Wolken. Die Sommerrodelbahn fiel auch aus wegen Regen – frau/man wird dann einfach zu schnell auf den rund 1,7 km!!

Trost fanden wir bei einer Sennerei, die neuen und alten Käse verkaufte - welcher besser schmeckte, konnte auch nach ausführlichen Debatten nicht entschieden werden – und in einem idyllisch gelegenen Gasthof, dessen Inhaber extra eine 2CV-Menukarte mit leckeren Gerichten für diesen Tag aufgelegt hatte, Entenfahrer latürnich.

Was fällt mir noch so unsortiert ein: In Velden am Wörthersee ein neuer goldfarbener Rolls-Royce vor dem Spielkasino, mit 10 km/h an der mit Cafés bestückten Seepromenade entlanggerollt, ich gucke aus der Ente heraus die Leute an, die Leute an den Tischen gucken herein: "Die spinnen..." "schon gut, schon gut"

Vor Teufenbach ließ ich einen Pass aus (also so geht’s ja net) und hatte einen schönen ruhigen Nachmittag, allein im Schatten, der plätschernde Brunnen kühlte das Bier, die Vöglein zwitscherten auch ziemlich verpennt – muss auch ‘mal sein.

Alles in allem rund 1500 km. Die Planung war- wie überall - perfekt, besser geht’s nicht, die Betreuung klasse, die Ösis nett bis lieb. Alles recht anstrengend aber super !!! Dank besonders an Helga, Arne, Christine, Alfons, Irene und Jörg.

  Mixael [SB-CV 2], Happy Ents Saarbrücken

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